Endlich schön warm, viel Zeit für die Familie und den Pool; See oder Strand vor der Zimmertüre: Die Sommerferien rufen. Was für viele Familien als Höhepunkt des Jahres gedacht ist, kann sehr schnell ins Gegenteil kippen. Denn leider passieren 2/3 aller Badeunfälle in und ums Wasser während des Sommers. Besonders betroffen dabei sind die Kleinsten zwischen ein und zwei Jahren.

Familie am See badet glücklich mit Füssen im Wasser im Sommer

Familie planscht glücklich am See

Mit einigen wichtigen Informationen, Aktivitäten und Regeln lassen sich diese Risiken jedoch einfach minimieren.

Und, selbst wenn dieses Jahr kein Badeurlaub in Pool-, See- oder Meernähe ansteht, können diese Tipps Leben retten. Denn viele Unfälle im Wasser passieren innerhalb der eigenen vier Wände: In der Badewanne, im Teich, im Familienpool oder gar im Plantschbecken (gerade Plantschbecken scheinen ungefährlich, da sie ja speziell für Kinder gemacht sind – allerdings wird häufig abends das Wasser nicht entleert und das Plantschbecken ungesichert im Garten oder auf dem Balkon stehen gelassen).

 

 

Unsere Top 7 Empfehlungen:

  • Wissen schützt
    Das Wissen um Gefahren und darum wie Kinder ertrinken, hilft, um Situationen im Ernstfall richtig einschätzen zu können. Wo befindet sich in unserer nahen Umgebung Wasser? Ist dieses frei zugänglich? Kinder ertrinken meist lautlos – auf Geräusche zu warten, würde einem daher in falscher Sicherheit wiegen. Ebenso sind Kinder, im trüben Gewässer oder bewegtem Wasser in einem grossen Pool am Wassergrund häufig schwer zu sichten – knallig-bunte Badeanzüge können dabei manchmal zum Lebensretter werden.
  • Eine Armlänge
    Kinder sind schnell und oft fasziniert von Dingen, die sich im und auf dem Wasser bewegen (lassen sie daher nie Spielzeug in Familienpools oder Plantschbecken liegen nach dem Baden – die Verlockung ist einfach zu gross). Ein Moment Unachtsamkeit – schnell das Handy gecheckt oder das Badetuch geholt – genügt und ein Kind ist ins Wasser gefallen. In Wassernähe sollten Babys, Kinder und unerfahrene Schwimmer sich immer in einer Armlänge Abstand zu den Eltern/der Betreuungsperson befinden. Sind sie mehrere Betreuungspersonen am Wasser? Sprechen sie sich unbedingt ab, wer die Aufssicht hat. Missverständnisse über die Verantwortung könnten schlimme Folgen haben. Aber Achtung: Auch Kinder, die bereits schwimmen können, sollten mindestens bis zum 12. Lebensjahr im Wasser immer beaufsichtigt werden. Für Teenager gilt die Regel „nur zu zweit ins Wasser“.
  • Sorgfältige Wahl
    Auch die Wahl des Gewässers kann entscheidend zur Minimierung von Risiken beitragen – gut überwachte Pools und flache, von überall einsehbare Strände und Buchten sind klar zu bevorzugen. Ohne genaue Kenntnis des Gewässers sollte auf Schwimmen/Baden in offenen Gewässern abseits von gekennzeichneten Badestränden verzichtet werden. Dies gilt umso mehr nach Regenfällen, da dann die Strömung und Strudelbildung noch unberechenbarer wird.
  • Gut gewählte Ausrüstung
    Bis Kinder eine Strecke von 50-100m sicher schwimmen können, sollten sie im Wasser immer entsprechende Ausrüstung tragen. Und Vorsicht: Schwimmflügeli und –reifen sind kein verlässlicher Schutz gegen das Ertrinken – Kinder können auch damit mit dem Kopf unter die Wasseroberfläche kommen und können sich möglicherweise nicht selbst in die richtige Lage zurückbringen. Darum empfiehlt sich für alle Wassersportarten den Kindern und ungeübten Schwimmern geprüfte Schwimmwesten in der richtigen Grösse anzuziehen.
  • Cool ist im Wasser nicht immer „cool“
    Gerade kleine Kinder kühlen im Wasser sehr schnell. Es drohen Muskelkrämpfe, die dann die Möglichkeit sich eigenständig über Wasser zu halten einschränken. Wassertemperaturen von unter 20 Grad Celsius sind für Kinder und ungeübte Schwimmer daher nicht zu empfehlen. Bei Temperaturen zwischen 25 und 28 Grad ist das Risiko von Unterkühlung stark vermindert. Bei Kleinkindern unter 2 Jahren empfiehlt sich sogar die Wahl von noch wärmerem Wasser.
  • 1. Hilfe leisten können
    Und manchmal ist es trotz aller Vorsicht schnell passiert. Im Notfall ist es daher entscheidend, dass man richtig reagieren kann. Da sich die Beatmung und Herzmassage bei einem Babys oder einem Kleinkind von der Technik her von der Wiederbelebung eines Erwachsenen unterscheidet, sollten Eltern von Kleinkindern diese Techniken kennen und beherrschen. Schweizweit werden dafür sowohl vom Roten Kreuz, von der SLRG und vom Samariterbund spezielle Kurse angeboten.Machen sie in einem Notfall schnell und laut andere Personen auf sich aufmerksam. Häufig benötigt eine Wasserrettung mehr als eine Person.
  • Kinder sollten „das Wasser“ kennen
    Erst ab dem 4. Lebensjahr sind Kinder psychomotorisch in der Lage das Schwimmen richtig zu erlernen. Dennoch hilft es, wenn Babys und Kinder bereits früh mit dem Wasser in Kontakt kommen, Freude haben sich im Wasser zu bewegen und erst gar keine Angst vor dem Kontakt mit Wasser aufbauen. Dabei helfen Wassergewöhnungskurse bereits ab dem 4. Lebensmonat. Solche Kurse haben den weiteren Vorteil, dass auch die Eltern den richtigen Umgang mit ihren Kindern im Wasser erlernen und ihnen durch korrekte Haltegriffe und Hilfestellungen früh ermöglichen eine gute Wasserlage zu lernen. Dies vereinfacht das „Schwimmen-Lernen“ ab 4. Jahren wesentlich.Zudem empfiehlt es sich mit Kindern ab 4 Jahren auch immer wieder die 10 Wasserbotschaften der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft zu besprechen – gerade vor einem anstehenden Badeurlaub: https://www.slrg.ch/de/praevention/das-wasser-und-ich/wasserbotschaften.html

Geniessen Sie einen sonnigen und sicheren Sommer, das Babys im Wasser Team.